KIWI - Kinder und Jugendliche Willkommen

Im Auftrag von CARE Deutschland - Luxemburg e.V. hat die BiBeKu für das Projekt "KIWI - Kinder und Jugendliche willkommen" zwei Handbücher entwickelt.

Das KIWI-Projekt: Integrationsförderung an Schulen der Sekundarstufe und an Berufsschulen

Rund 300.000 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter sind seit Anfang 2015 nach Deutschland gekommen[1]. Sie flohen vor der Armut und Perspektivlosigkeit, sehr oft auch vor Krieg und Zerstörung in ihren Heimatländern. Aus diesem Grund rief CARE Anfang 2016 das Integrationsprojekt KIWI – „Kinder und Jugendliche Willkommen“ - ins Leben. Ziel des Projektes ist es, die Integrationskompetenzen an Schulen auszubauen und zu stärken und neue Potenziale zu erschließen. Im Zeitraum von Januar bis September 2016 hat CARE das Projekt in einer Pilotphase in Nordrhein-Westfalen getestet. Seit Ende 2016 läuft das Projekt bundesweit.

Warum KIWI?

Integration ist auch eine zivilgesellschaftliche Aufgabe. „KIWI“ steht für die Begriffe „Kultur“, „Integration“, „Werte“ und Initiative“ und repräsentiert die Ziele des Projektes. KIWI setzt auf den interkulturellen Dialog, um mit den Jugendlichen eine gemeinsame Wertebasis zu finden. Die Gesellschaft für Bildung Beruf Kultur mbH hat im Auftrag von CARE ein Handbuch mit rund 150 Übungen und Workshops zu Themen wie Geschlechterrollen, Respekt und Toleranz, aber auch zur beruflichen Orientierung und zur Stärkung der Teilhabemöglichkeiten der Jugendlichen entwickelt. Gemeinsam mit den Lehrkräften soll den Jugendlichen das Ankommen insbesondere im schulischen Umfeld erleichtert werden. In einer zweitägigen Fortbildung wird den Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern die Arbeit mit dem KIWI-Handbuch nähergebracht. Zudem erhalten sie das umfassende Handbuch zur Anwendung in ihrer Schule.

Inhalte des KIWI-Handbuchs:

ThemaInhalte
EinführungstexteEinführung in die Arbeit mit KIWI; Konzeption und Rolle der Lehrkraft, Der "rote Faden"; Fluchtursachen und Herkunftsregionen; Flucht & Trauma - Umgang mit mit Traumasymptomen im Schulalltag; Ausländer- und Asylrecht
KulturHeimat & Herkunft; Familie & Freundschaft; Feste & Feiertage; Landeskunde; Hierarchie & Status; Schulkultur; Willkommenskultur; Rituale & Konventionen; Jugendkultur
Werte & RechteGrundwerte; Respekt & Toleranz; Freiheit & Gleichheit; Das Grundgesetz; Staat & Organe; Kinder- & Menschenrechte; Religionsfreiheit; Extremismus; Umwelt & (P)Recycling
Meine IdentitätTypisch! - Stereotype; Meine weibliche/männliche Seite; Privatheit & Intimität; Umgang mit Gefühlen; Liebe & Beziehungen; Identität & Herkunft; Alkohol & Drogen
Gewalt & KonfliktFormen der Gewalt; Folgen & Konsequenzen; Prävention; Feindseligkeit; De-/Eskalation & Streitschlichtung
MiteinanderInteressen erkennen; Verändern & Projekte realisieren; Hilfe & Unterstützung; Demokatrie & Mitbestimmung an der Schule; Stadtrallye
Meine ZukunftMeine Stärken & Potentiale; Wege zum Traumjob & Alternativen; Institutionen & Zuständigkeiten; Praktikum & Ausbildung
Zusatzübungen

Kennenlern-, Auswertungs- und Reflexionsübungen

 

Ergebnisse in Nordrhein-Westfalen

Weil CARE das KIWI-Projekt als „lernendes Projekt“ versteht, legen wir besonderen Wert auf die wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung des Projektes. Professor Dr. Hermann Josef Abs von der Universität Duisburg-Essen begleitete diesen Prozess. Im April 2016 starteten die Lehrerfortbildungen mit insgesamt 58 Teilnehmenden von 28 verschiedenen Schulen, darunter fast die Hälfte Gymnasien. Positiv hervorgehoben wurden die Orientierung am Bedarf der Lehrkräfte und die Möglichkeit des intensiven Austausches untereinander sowie die Praxisanteile. Die teilnehmenden Schulen haben die KIWI-Inhalte und -Methoden an den teilnehmenden Schulen auf sehr unterschiedliche Weise verankert, etwa im Rahmen von Projekttagen oder Blockveranstaltungen, an knapp einem Drittel der vertretenen Schulen aber auch unmittelbar im Regelunterricht. Beobachtet wurden vor allem positive Integrationseffekte an der Schule, aber auch die Stärkung des Zusammenhalts und des respektvollen Umgangs innerhalb der Klassen.

www.care.de/nothilfe/themen/integration-in-deutschland/

Fortbildungsprogramm

Allgemeine Hintergrundinformationen zum Handbuch, wichtige Zahlen und Fakten zum Thema „Flucht und Migration“, Tipps zur Vermittlung der Übungen aus dem „Leitgaden für Integrationsklassen und – gruppen“. Verschiedene Übungen aus dem Handbuch „Leitfaden für Integrationsklassen und – gruppen“.

Standort:
Kellinghusen

Ansprechpartner:
Michael Worm
BiBeKu Gesellschaft für Bildung Beruf und Kultur mbH
Brauerstraße 29a
25548 Kellinghusen
Tel.: 04822 - 378 780 1
Fax.: 04822 - 368 792 8
Mobil: 0151 - 527 343 60
E-Mail: michael.worm(at)bibeku.de

 


[1] Quellen: 2015: www.stiftung-mercator.de/de/presse/mitteilungen/nachrichten/studie-schulen-muessen-sich-auf-200000-neu-zugewanderte-kinder-und-jugendliche-einstellen/;  2016: mediendienst-integration.de/artikel/bildungspolitik-zur-umsetzung-der-schulpflicht-fuer-fluechtlinge.html

Im Auftrag:

Care Deutschland-Luxemburg e.V.